Der passende Locher für Ordner, Hefte und Ringbücher
Am Küchentisch stapeln sich Arbeitsblätter, die am nächsten Morgen ordentlich im Schnellhefter liegen sollen. Ein kräftiger Griff, zwei saubere Löcher, und das Blatt findet seinen Platz im Ordner.
Locher sind Bürogeräte, die mit einem Hebelmechanismus runde Löcher in Papier stanzen, damit sich Blätter in Ordnern oder Ringbüchern abheften lassen. Sie kommen als Zweifach- oder Vierfachlocher vor und unterscheiden sich in Bauform, Stanzleistung und Größe. Die gängigsten Ausführungen sind der klassische Bürolocher, der flache Taschenlocher und der leistungsstarke Blocklocher.
Lochabstand nach ISO 838
Der Lochabstand von 80 Millimetern nach der internationalen Norm ISO 838 sorgt dafür, dass gelochte Blätter in jeden handelsüblichen Ordner passen. Die Norm ist ein weltweit verbreiteter Standard, keine gesetzliche Pflicht, wird von den meisten Herstellern aber eingehalten. Für Ringbücher mit vier Ringen gibt es eine erweiterte Vierfachlochung im gleichen 80-Millimeter-Raster.
Stanzleistung, Material und Anschlagschiene im Blick
Die Stanzleistung gibt an, wie viele Blatt Papier sich auf einmal lochen lassen, und entscheidet damit über den passenden Locher-Typ für Büro oder Zuhause.
- Stanzleistung - Bürolocher schaffen 20 bis 30 Blatt, Blocklocher 65 Blatt und mehr in einem Arbeitsgang.
- Lochzahl - Zweifachlocher decken die Standardlochung ab, Vierfachlocher eignen sich für Ringbücher mit vier Ringen.
- Gehäusematerial - Metall hält im Dauereinsatz länger durch, Kunststoff spart Gewicht für den mobilen Einsatz.
- Anschlagschiene - eine verstellbare Führung richtet unterschiedliche Papierformate wie DIN A4, A5 und A6 mittig aus.
- Auffangbehälter - sammelt die gestanzten Papierschnipsel auf und erleichtert das Entleeren.
Taschenlocher und Bürolocher für den täglichen Einsatz
Ein Taschenlocher locht meist bis zu 10 Blatt und lässt sich flach im Ordner verstauen, praktisch für unterwegs oder das Kinderzimmer. Der klassische Bürolocher schafft je nach Modell 20 bis 30 Blatt und bleibt griffbereit auf dem Schreibtisch liegen. Für Kinder empfiehlt sich ein leichtgängiges Modell mit rundem Griff, das sich auch mit wenig Kraft bedienen lässt.
Für gelegentliches Lochen zuhause reicht ein einfacher Bürolocher völlig aus. Wer regelmäßig mehrere Blätter am Stück bearbeitet, wählt gleich ein Modell mit höherer Stanzleistung.
Blocklocher für größere Papiermengen
Blocklocher, auch Registraturlocher genannt, stanzen 65 Blatt und mehr in einem Arbeitsgang. Sie eignen sich für Vereine, Praxen oder größere Aktenmengen. Eine längere Hebelübersetzung reduziert dabei den Kraftaufwand spürbar.
Sinnvoll wird ein Blocklocher, sobald regelmäßig dicke Stapel gelocht werden müssen. Für den privaten Gebrauch reicht in den meisten Fällen ein Bürolocher aus.
Einsatzbereiche und sinnvolle Ergänzungen
Ein Locher kommt überall dort zum Einsatz, wo Blätter dauerhaft in einem Ordner oder Ringbuch abgeheftet werden, von der Steuerablage bis zur Hausaufgabenmappe. Ein Gerät aus der Kategorie Tackern und Heften hält Blätter zusammen, die nicht dauerhaft abgeheftet werden sollen.
Wenn abends die Mappe für den nächsten Schultag gepackt wird, spart ein zuverlässiger Locher lästiges Nachsuchen nach losen Blättern. Reißen Löcher mit der Zeit aus, sorgt ein Lochverstärkungsring für zusätzlichen Halt am Blattrand.
In wenigen Schritten zum passenden Locher
Für den Schreibtisch zuhause reicht ein Bürolocher völlig aus. Wer öfter unterwegs oder in der Schule lochen möchte, greift zum flachen Taschenlocher. Fallen regelmäßig größere Stapel an, lohnt sich ein Blocklocher mit hoher Stanzleistung. Für Ringbücher mit vier Ringen hilft ein Locher mit passendem Lochabstand oder die 888-Markierung eines Standardlochers.
Bei schulsachen.de findest du Locher unterschiedlicher Bauformen für Zuhause, Schule und Büro.
Locher werfen im Alltag oft praktische Fragen auf, die über die reine Kaufentscheidung hinausgehen. Die folgenden Antworten ergänzen die Locher-Übersicht um Themen wie Norm, Pflege und Eignung für Kinder. So findest du schnell die Antwort auf die häufigsten Fragen rund um das Lochen.
ISO 838 legt für die gängige Zweifachlochung einen Lochdurchmesser von 6 Millimetern und einen Lochabstand von 80 Millimetern fest, jeweils mit geringer Toleranz. Zusätzlich liegt der Abstand zur Papierkante bei 12 Millimetern. Die Norm ist keine gesetzliche Pflicht, sondern ein weltweit verbreiteter Industriestandard, an den sich nahezu alle Hersteller halten. Erst durch die einheitliche Lochung passen Blätter unterschiedlicher Hersteller in denselben Ordner.
Ja, mit einem Locher, der eine sogenannte 888-Markierung an der Anschlagschiene hat, gelingt auch eine Vierfachlochung. Lege dazu das Blatt zunächst unten und nach dem Wenden oben an, sodass am Ende vier Löcher im gleichen 80-Millimeter-Abstand entstehen. Diese Methode eignet sich für alle Papierformate ab DIN A4 aufwärts.
Am einfachsten reinigst du einen Locher, indem du regelmäßig den Auffangbehälter unter den Stanzstiften entleerst. Klemmt der Hebel, hilft oft ein Tropfen Nähmaschinenöl auf die Stanzstifte, damit sie wieder leichtgängig arbeiten. Staub und Papierreste lassen sich am besten mit einem trockenen Pinsel aus den Stanzöffnungen entfernen.
Ab der Grundschule kommen die meisten Kinder mit einem leichtgängigen Taschenlocher oder kleinen Bürolocher gut zurecht, sofern der Griff nicht zu schwergängig ist. Für jüngere Kinder eignen sich Modelle mit rundem, ergonomischem Griff besser als kantige Ausführungen. Achte beim Kauf darauf, dass sich der Hebel ohne große Kraftanstrengung durchdrücken lässt.
Für den gelegentlichen Gebrauch zuhause ist ein Blocklocher meist überdimensioniert, weil er deutlich mehr Platz braucht als ein kompakter Bürolocher. Wer nur wenige Blätter pro Woche locht, ist mit einem einfachen Bürolocher besser bedient. Blocklocher lohnen sich vor allem dort, wo regelmäßig große Papiermengen anfallen.
Reißt ein Loch am Blatt aus, hilft ein selbstklebender Lochverstärkungsring, der zusätzlichen Halt am Lochrand schafft. Lege ihn einfach über das beschädigte Loch, bevor du das Blatt erneut abheftest. Achte zudem darauf, das Papier beim Lochen nicht zu nah am Rand einzulegen, damit die Kante weniger belastet wird.
Locher aus Metall halten im Dauereinsatz meist deutlich länger durch als reine Kunststoffgehäuse, weil die Stanzmechanik weniger Verschleiß zeigt. Kunststoff punktet dafür mit geringerem Gewicht und eignet sich gut für den gelegentlichen Gebrauch oder unterwegs. Viele Hersteller kombinieren beide Materialien, etwa ein Metallgehäuse mit Kunststoffgriffen.