Der richtige Pinsel für jede Maltechnik
In der Federmappe liegt oft nur ein einziger Pinsel, dabei brauchen Wasserfarbe und Deckfarbe unterschiedliche Borsten. Nach dem Kunstunterricht landet er verklebt in der Mappe, wenn niemand ihn zwischendurch auswäscht.
Pinsel sind Malwerkzeuge mit einem Büschel aus Borsten oder Haaren, das über einen Stiel Farbe aufnimmt und kontrolliert auf Papier, Leinwand oder Stoff überträgt. Sie unterscheiden sich vor allem durch Haarart, Kopfform und Größe, wodurch sich jeder Pinsel für bestimmte Techniken eignet.
Borsten, Haare und Kopfform beim Kauf
Borstenpinsel bestehen aus robusten Schweineborsten und eignen sich für dickflüssige Deckfarbe, weil die Borsten auch bei Druck ihre Form behalten. Haarpinsel aus feineren Naturhaaren oder Synthetikfasern führen dünnere, wässrige Farbe präziser und passen deshalb zu Wasserfarbe und Aquarell.
Ein fester Büschel aus gleichmäßig langen Haaren sorgt für eine hohe Elastizität, die Farbe gleichmäßig abgibt und die Spitze nach dem Auswaschen wieder in Form bringt. Bei der Kopfform unterscheiden Hersteller vor allem Flachpinsel, Rundpinsel und die schmale Katzenzungenform, die feine Linien ermöglicht. Ein Holzstiel liegt für Kinderhände meist griffiger in der Hand als ein Kunststoffstiel.
Anders als Bürsten mit dickeren, steiferen Fasern bleiben Pinselhaare feiner gebündelt und laufen in einer Spitze zusammen.
Borstenpinsel, Haarpinsel und Pinselsets im Vergleich
Borstenpinsel eignen sich für Plakat- und Deckfarbe wie die Giotto Malfertige Deckfarbe im Kunstunterricht, weil die robusten Borsten auch grobe Flächen zuverlässig auftragen. Pinselsets bündeln mehrere Größen und Formen in einem Etui und decken damit den Bedarf einer ganzen Klassenstufe ab, ohne dass einzeln nachgekauft werden muss.
Ein Reisepinsel mit abnehmbarer Schutzkappe knickt im Ranzen nicht ab und lässt sich sauber verstauen. Für den Schulalltag reicht meist ein einfaches Set aus zwei bis drei Größen, ergänzt um einen Wasserbecher zum Auswaschen zwischen den Farben.
Welche Technik welchen Pinsel braucht
Für Wasserfarbe und Aquarell eignen sich weiche Haarpinsel, weil sie viel Flüssigkeit aufnehmen und fein auslaufen. Acrylfarben und Ölfarben brauchen dagegen robustere Borsten, die der zähen Farbe standhalten, ohne sich beim Malen zu verbiegen.
Für Gouachemalerei, Pastellmalerei, Seidenmalerei oder Stoffmalerei greifen Hobbymalerinnen meist zu spezialisierten Malwerkzeugen, die über den Schulbedarf hinausgehen. Im Werkunterricht dient ein breiter Borstenpinsel zum Auftragen von Kleber oder Lasur, wenn zuhause an Holzarbeiten gepinselt wird.
Marken und Ausführungen im Sortiment
Pelikan, Brunnen, Faber-Castell und Jolly bieten Pinsel einzeln und im Set an, von einfachen Borstenpinseln bis zu kompletten Pinselsets für den Kunstunterricht. Brunnen führt zusätzlich Kunsthaarpinsel aus Synthetikfasern unter den Bezeichnungen Synthetics und Synthetics Plus, die sich für Wasserfarbe und Deckfarbe eignen.
Pelikan kombiniert bei den griffix-Sets Haarpinsel und Borstenpinsel in einer Packung, sodass beide Pinselarten für unterschiedliche Techniken griffbereit sind. Jolly bietet ein Dreikantpinselset mit dreieckigem Griff für kleinere Kinderhände.
In drei Schritten zum passenden Pinsel
- Erstausstattung zur Einschulung - ein Set aus Borstenpinsel und Haarpinsel deckt Wasserfarbe und Deckfarbe ab - für die erste und zweite Klasse
- Ergänzung im laufenden Schuljahr - ein einzelner Rundpinsel oder Flachpinsel ersetzt nur die verklebte Spitze - wenn ein Pinsel ausfällt
- Mehrere Kinder gleichzeitig ausstatten - ein größeres Pinselset spart gegenüber Einzelkäufen - bei Geschwistern in unterschiedlichen Klassenstufen
- Für Zuhause und Hobbymalerei - feinere Haarpinsel mit dünnerer Spitze - wenn mehr als reiner Schulbedarf gefragt ist
Beim Verstauen im Mäppchen zeigt sich schnell, ob die Steckkappe hält oder Farbe auf den Heften verschmiert. Wer Pinsel für die Schultüte oder das neue Schuljahr braucht, findet bei schulsachen.de passende Sets und Einzelpinsel, dazu Malkittel und Farbkästen als Ergänzung.
Rund um Pinsel für den Schulalltag tauchen oft praktische Fragen auf, die über Auswahl und Technik hinausgehen. Die folgenden Antworten ergänzen die Kategorieübersicht um Pflege, Handhabung und Nachkauf.
Am längsten hält ein Pinsel, wenn Du ihn direkt nach dem Malen mit klarem Wasser auswäschst und die Borsten dabei vorsichtig zwischen den Fingern ausstreichst. Trockne ihn anschließend liegend oder mit der Spitze nach oben, nie stehend in einem Glas, damit sich kein Wasser in der Zwinge sammelt und das Haar löst.
Schon im Kindergartenalter greifen viele Kinder gern zum Pinsel, weil ein dicker Griff und weiche Borsten die Handhabung erleichtern. Für den Kunstunterricht ab der ersten Klasse eignen sich dann Sets mit Borsten- und Haarpinsel, wie sie auch im Sortiment zu finden sind.
Für den Kunstunterricht reichen in der Regel zwei bis drei Pinsel in unterschiedlicher Größe, ein dickerer für Flächen und ein feinerer für Details. Ein Pinselset mit mehreren Stärken deckt diesen Bedarf meist in einer einzigen Packung ab, sodass Du nicht einzeln nachkaufen musst.
Einzelne Pinsel lassen sich in der Regel unabhängig vom ursprünglichen Set nachkaufen, solange Größe und Haarart zum restlichen Set passen. Achte beim Nachkauf darauf, ob Dein Kind eher mit einem Borsten- oder einem Haarpinsel gearbeitet hat, damit sich der neue Pinsel gewohnt anfühlt.
Franst die Spitze schon nach wenigen Malstunden aus, liegt das meist an zu aggressivem Trocknen auf der Heizung oder am Stehen in einem Glas mit Wasser. Wechsle in diesem Fall zur liegenden Lagerung; hält der Pinsel trotzdem nicht, ist das in der Regel ein Fall für die reguläre Gewährleistung.
Hält Dein Kind den Pinsel noch verkrampft oder ganz vorne am Haar, hilft häufiges Üben mit einem kürzeren, dickeren Pinsel, weil sich die Finger daran leichter richtig platzieren. Male zunächst mit klarem Wasser auf Papier, das nimmt die Sorge vor Fehlern beim eigentlichen Malen.
Ein Pinsel ist zu groß, wenn Dein Kind ihn nur mit der ganzen Faust statt mit zwei bis drei Fingern halten kann, und zu klein, wenn die Fingerspitzen beim Malen die Farbe auf dem Papier berühren. Ein spürbares Stück Stiel sollte zwischen Hand und Pinselkopf frei bleiben, damit die Bewegung aus dem Handgelenk kommt.